Haubentaucher Regatta – Flagge O an Land vergessen?

Die Haubentaucher-Regatta hat ein ganz besonderes Format: Klassenübergreifend werden die drei besten Ergebnisse eines Vereins addiert, und der Verein mit der niedrigsten Gesamtpunktzahl gewinnt am Ende den begehrten Haubentaucher-Team-Pokal. Die OK-Jollen lassen wir dabei mal außen vor, die machen ohnehin ihr eigenes Ding. Spoiler: Auch in diesem Jahr hat die SVH wieder gewonnen!

Am Start waren diesmal die Klassen Opti A, Opti B und Europe. Wettfahrtleiter Thomas Budde setzte, wie bereits in den vergangenen Jahren erfolgreich erprobt, einen langen Dreieckskurs für die Europes und OKs sowie einen kürzeren Kurs für die Optis aus.

Die Wettervorhersage versprach mit 3 bis 5 Beaufort eigentlich beste Bedingungen. Auf dem Wasser erwartete uns am Samstag dann tatsächlich ordentlich Wind, allerdings alles andere als konstant. Durch vorbeiziehende Wolken gab es immer wieder Bereiche mit weniger Druck sowie kräftige Winddreher. Man musste wirklich sehr genau beobachten, wohin man fuhr, um stets den besten Wind zu erwischen. Besonders auf den Vorwind- und Raumwindkursen stellte das eine große Herausforderung dar. Boote, die zunächst weiter hinten lagen, konnten durch lokal einsetzende Böen plötzlich wieder von weit heranfahren.

Mein erster Start endete leider mit einem Frühstart. Naja gehört zur Strategie. Unter Flagge P hatte ich bereits geahnt, dass es knapp werden könnte. In Lee von mir standen einige Boote ebenfalls sehr hoch an der Linie. Also fuhr ich erst einmal mit, denn: No risk, no fun, oder? Das Rennen selbst verlief ordentlich. Durch die wechselhaften Bedingungen blieb es bis ins Ziel extrem spannend, und ich kam als Sechste ins Ziel. Allerdings spielte das wegen des Frühstarts natürlich keine Rolle mehr. An der Kreuz hatte ich auch in den folgenden Wettfahrten kaum eine Chance gegen die schnellen Jungs um Julius, Peter, Larson und Ben. Ich versuchte deshalb, über die Vorwindkurse und clevere Kreuzen immer wieder dran zu bleiben. Mal gelang das besser, mal schlechter. Leider war die Flagge Oskar das gesamte Wochenende nicht gesetzt, sodass ich meine Stärke beim Pumpen auf den tiefen Kursen nicht ausspielen konnte. Vielleicht hatte Thomas die Flagge ja an Land vergessen? Den Samstag beendete ich nach einem 5ten und 6ten Platz in den weiteren Wettfahrten nur auf Gesamtrang 10 von 15 Booten.

Aber egal, am Sonntag standen noch zwei weitere Wettfahrten an. Es war also noch alles drin. Am Abend stand zunächst der traditionelle Dümmerbrand auf dem Programm. Da wir am nächsten Tag noch segeln wollten, beendete ich den Abend jedoch relativ früh. Nach dem wieder einmal spektakulären Feuerwerk und einem Crêpe am Deich ging es zurück. Das sollte sich auszahlen…

Am Sonntag erwarteten uns ähnliche Bedingungen wie am Vortag. Der Grundwind war etwas schwächer, dafür gab es weiterhin kräftige Böen und deutliche Winddreher unter den Wolken. Im ersten Rennen lag ich wieder solide in den Top 5. Auf der zweiten Kreuz entschied ich mich jedoch anders als der Großteil des Feldes und fuhr nach links. Dort sollte eine Windkante stehen. Zumindest bildete ich mir das ein. Die Seite sah einfach gut aus, und außerdem wollte ich etwas Abstand zum Pulk vor mir gewinnen. Der Plan ging mehr als auf. Nach der Kreuz hatte ich einen komfortablen Vorsprung herausgefahren, den ich bis ins Ziel verteidigen konnte. Auch das zweite Rennen verlief zunächst solide. Bis zur zweiten Kreuz lag ich etwa auf Platz 5 oder 6. Dann gelang es mir erneut, einige Plätze gutzumachen, sodass ich mich auf Rang 3 vorarbeiten und einen kleinen Vorsprung auf Platz 4 heraussegeln konnte. Diesen Platz brachte ich schließlich auch ins Ziel.
Währenddessen kämpften Julius und Peter um den Gesamtsieg der Regatta. Am Ende setzte sich Julius denkbar knapp durch und gewann die Veranstaltung. Herzlichen Glückwunsch!

Dank meines starken Sonntags konnte ich mich noch auf Gesamtrang 3 nach vorne arbeiten.
Insgesamt war es wieder eine hervorragend organisierte Veranstaltung, sowohl auf dem Wasser als auch an Land. Dazu kamen sehr gute Windbedingungen, spannende Rennen und ein spektakuläres Feuerwerk.

Im nächsten Jahr hoffentlich wieder mit einem noch größeren Starterfeld, denn die Haubentaucher-Regatta gehört definitiv zu meinen absoluten Lieblingsregatten der Saison.

Jessica Timm

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